Huawei Pura 90s Pro Max und Pura 90s Pro starten global · Ein 200-MP-Teleobjektiv führt das Duo an
Von Peak Phones editorial desk · Veröffentlicht · Aktualisiert
Highlights: das ist wirklich neu
- 200-MP-Ultra-Large-Sensor-Teleobjektiv im Pro Max – ein 1/1,28-Zoll-Periskop mit f/2,6, OIS, 4-fach optischem Zoom (entspricht 96 mm) und bis zu 100-fach digital, stabilisiert nach CIPA 7.0
- 50-MP-Hauptkamera mit variabler Blende – wechselt mechanisch von f/1,4 bis f/4,0, ergänzt um Huaweis multispektralen Sensor True-to-Colour Camera 2.0
- 100 W per Kabel und 80 W kabellos mit HUAWEI SuperCharge beim Pro Max (66 W / 50 W beim Pro), für den 6.000-mAh-Akku
- 6,9-Zoll-LTPO-OLED beim Pro Max, 1–120 Hz, geschützt von entspiegeltem, kratzfestem Kunlun Glass
- EMUI 16 mit Celia-Assistent und KI-Bildbearbeitung direkt auf dem Gerät – Google-Apps sind nicht vorinstalliert, aber AppGallery führt jetzt durch deren Einrichtung
- IP68 + IP69 gegen Wasser und Staub, dazu Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und NearLink E2.0
Ein Kamera-Flaggschiff kehrt auf die Weltbühne zurück
Der Schwerpunkt der Pura-Reihe lag zuletzt in China – die Pura-80-Serie des Vorjahres erreichte zwar die europäischen Regale, doch das Pura X Max aus diesem Frühjahr blieb zu Hause. Eine eigene Weltpremiere in Kuala Lumpur mit gleich zwei global startenden Modellen ist deshalb für sich genommen eine Nachricht. Huawei stellte das Duo gemeinsam vor: das Pura 90s Pro Max und das kleinere Pura 90s Pro. Beide sind kameragetriebene Flaggschiffe rund um Huaweis Bildsystem XMAGE, und beide laufen mit EMUI 16 statt der in China verkauften HarmonyOS-Version.
Die Aufgabenteilung ist klar: Das Pro Max erhält das 200-MP-Teleobjektiv als Aushängeschild und einen 40-MP-Ultraweitwinkel; das Pro tauscht sie gegen ein 50-MP-Tele und einen 12,5-MP-Ultraweitwinkel, schrumpft beim Display auf 6,6 Zoll und beim Laden auf 66 W. Alles andere – der 50-MP-Hauptsensor mit variabler Blende, der 6.000-mAh-Akku, die Einstufung nach IP68/IP69, Wi-Fi 7 und die Software – ist identisch. Die Wahl zwischen beiden läuft damit vor allem auf die Frage hinaus, wie viel Teleobjektiv und wie viel Display es sein sollen.
Design und Verarbeitung: das XMAGE-Dreieck ist wieder da
Beide Telefone behalten das Erkennungszeichen der Pura-Familie: die große dreieckige Kamerainsel mit dem XMAGE-Schriftzug. Das Pro Max misst 164 × 77,1 × 8,1 mm und wiegt 230,5 g; das Pro fällt mit 157,8 × 74,5 × 8,2 mm und 213,5 g kleiner und leichter aus. Beide tragen die Einstufung nach IP68 und IP69 und überstehen damit Staub, Untertauchen und Hochdruckstrahlen, nicht nur Spritzer.
Richtig Spaß machen die Farben: Das Pro Max kommt in Blush Gold, Orange Ocean, Blaze Purple und Graphite Black, das Pro in Guava Soda, Orange Soda, Coconut White und Mulberry Black. Der Farbverlauf zieht sich bis in den Rahmen hinein, statt an der Glaskante zu enden, und das Gehäuse mit flachen Seiten liegt angenehm satt in der Hand. Die Stereolautsprecher verdienen eine eigene Erwähnung: Ersten Eindrücken zufolge zählen sie zu den kräftigsten, die je in einem Smartphone verbaut wurden, mit Klang, der durch die Rückseite spürbar wird.

Displays: LTPO-OLED, 1–120 Hz auf beiden Modellen
Das Pro Max nutzt ein 6,9-Zoll-LTPO-OLED mit 2880 × 1308 Pixeln (460 ppi), das Pro ein 6,6-Zoll-Panel mit 2760 × 1256, ebenfalls 460 ppi. Beide takten adaptiv von 1 bis 120 Hz, beide erreichen eine Touch-Abtastrate von 300 Hz, und beide stellen 1,07 Milliarden Farben dar, mit hochfrequentem PWM-Dimming für entspannteres Sehen bei Nacht.
Bei der Spitzenhelligkeit hält sich Huawei diesmal auffällig zurück – stattdessen setzt es auf das Glas. Die Panels stecken hinter entspiegeltem, kratzfestem Kunlun Glass, das nach Huaweis Laborwerten Reflexionen um 70 % reduziert, Kratzern 16-mal besser widersteht und Stürze 25-mal besser übersteht als gewöhnliches Deckglas. In der Praxis ist das ein Display, das auf Lesbarkeit in grellem Sonnenlicht abgestimmt ist statt auf einen Rekordwert in Nits – und frühe Direktvergleiche stützen das: Die Reflexionen fallen sichtbar gedämpfter aus als bei herkömmlichem Deckglas.
Leistung: der Chip, den Huawei nicht nennt
Hier ist die eine Angabe, die auf Huaweis eigenen Seiten fehlt: der Prozessor. Unter den US-Exportbeschränkungen veröffentlicht Huawei den Chipsatz in den Datenblättern der Pura- und Mate-Reihe nicht mehr, und das Pura 90s macht keine Ausnahme. Frühe Tests von Handelsgeräten identifizieren das Silizium dennoch übereinstimmend als Kirin 9030S, einen hauseigenen 5-nm-Chip – inoffiziell, denn Huawei selbst sagt es nicht. Auf dem Papier überlässt das die Benchmark-Kronen Qualcomms jüngster Generation; in der Praxis laufen Spiele und der Alltag mit mehreren Apps auf frühen Geräten ohne Ruckler. Was Huawei bestätigt: 12 GB RAM in beiden Telefonen, dazu 256 oder 512 GB Speicher ohne microSD-Slot – plus volles 5G, bei dem erste Messungen in malaysischen Netzen locker über 700 Mbit/s im Download erreichen.
Verkauft wird ohnehin eher EMUI 16 als rohe Benchmark-Zahlen: schnelles App-Wechseln, enge Verzahnung von Hard- und Software und, in Huaweis Worten, eine Energieeffizienz, die „auch ausgedehnte Nutzung mit einer einzigen Ladung locker durchsteht“. Das ist ein vertrautes Huawei-Versprechen – und die ersten Alltagseindrücke sind tatsächlich flüssig und geschmeidig, doch belastbare Benchmarks müssen auf ausführlichere Tests warten.
Akku und Laden: 6.000 mAh und ein europäischer Unterschied
Beide Telefone tragen einen Akku mit 6.000 mAh typischer Kapazität – doch wer Huaweis Kleingedrucktes liest, findet einen regionalen Unterschied. Die 6.000-mAh-Schlagzeile gilt für Märkte außerhalb der EU, wo der Nennwert 5.850 mAh beträgt; für die EU nennt Huawei nur einen Nennwert von 5.270 mAh. Vergleicht man Gleiches mit Gleichem, Nennwert gegen Nennwert, ist die europäische Zelle rund 10 % kleiner. Erste Erfahrungen mit den malaysischen Geräten deuten darauf hin, dass die große Zelle einen vollen Tag mit Reserve durchhält.
Diese Lücke ist keine Huawei-Eigenheit, und die in der Branche kursierende Erklärung ist das Transportrecht: Lithiumzellen oberhalb bestimmter Wattstunden-Grenzen gelten in der Luftfracht als Gefahrgut und brauchen pro Markt zusätzliche Zertifizierungen, weshalb Hersteller in Europa eine konservativere Zelle ausliefern. Offiziell bestätigt hat das kein Hersteller, auch Huawei nicht.
Beim Laden trennen sich die beiden Modelle erneut. Das Pro Max nimmt 100 W per Kabel und 80 W kabellos über HUAWEI SuperCharge auf; das Pro begnügt sich mit immer noch flotten 66 W per Kabel und 50 W kabellos. Umgekehrtes kabelloses Laden führt keines der beiden im offiziellen Datenblatt auf. Das beiliegende Ladegerät hängt laut Huawei vom Markt ab: Europäische Boxen kommen, wie in der EU inzwischen üblich, ohne, während in Malaysia das 100-W-Netzteil beiliegt.
Kameras: ein 200-MP-Tele und eine Hauptkamera mit variabler Blende
Das Teleobjektiv des Pro Max ist der Star: ein 200-MP-Ultra-Large-Sensor auf einem 1/1,28-Zoll-Chip mit f/2,6 und OIS, mit 4-fach optischem Zoom (entspricht 96 mm) und 100-fach digital, stabilisiert nach dem Standard CIPA 7.0. Huawei nennt daraus 20-fach-Televideo. Damit spielt es in derselben Liga wie das 200-MP-Periskop im HONOR Magic8 Pro, wobei Huaweis Sensor physisch größer ausfällt – 1/1,28″ gegen HONORs 1/1,4″ – und genau das ist die Art Hardware-Vorsprung, die sich bei wenig Licht zeigt. Die ersten Praxisaufnahmen bestätigen das Datenblatt: 4-fach-Fotos kommen sauber und farbtreu heraus, einhändig gefilmtes 30-fach-Video bleibt dank der CIPA-7.0-Stabilisierung ruhig, und 10-fach-Clips sind scharf genug für den direkten Schnitt in den Social-Feed – selbst beim Filmen gegen die untergehende Sonne bleibt die Sonnenscheibe rund, statt auszubrennen.
Beide Telefone nutzen dieselbe 50-MP-Hauptkamera mit mechanisch variabler Blende von f/1,4 bis f/4,0, dazu Huaweis True-to-Colour Camera 2.0, einen Multispektralsensor, der die Farbtemperatur der Szene ausliest und so für treuere Weißtöne sorgt. Bei den übrigen Linsen trennt sich das Pro vom Pro Max: ein makrofähiges 50-MP-Tele (f/2,1, 4-fach optisch) und ein 12,5-MP-Ultraweitwinkel stehen dem 200-MP-Tele und dem 40-MP-Ultraweitwinkel des Pro Max gegenüber. Vorn fotografieren beide mit einer 13-MP-Selfiekamera mit Autofokus. KI-Komposition, KI-Entspiegelung und das KI-gestützte Verschieben von Objekten runden die Bearbeitungswerkzeuge ab.
Software: EMUI 16 und die Google-Frage
Früher entschied dieser Abschnitt das Telefon für die meisten europäischen Leser. Das globale Pura 90s läuft mit EMUI 16, Huaweis System auf Android-Basis – und wie jedes Huawei-Flaggschiff seit 2019 kommt es ohne vorinstallierte Google Mobile Services: kein Play Store und keine Google-Apps beim ersten Start. Huaweis eigener Unterbau deckt die Grundlagen ab – AppGallery für Apps, Petal Maps für die Navigation, der Celia-Assistent für Sprache, Huawei Wallet für NFC-Zahlungen –, und die einst schmerzhafte Google-Lücke ist auf einen Einrichtungsschritt geschrumpft.
AppGallery selbst führt inzwischen Schritt für Schritt durch genau diese Einrichtung – weshalb frühe Handelsgeräte in Malaysia durchweg Gmail, Maps, YouTube und Drive neben TikTok, Netflix und WhatsApp zeigen, mit einem Open-Source-Ersatz, der die Arbeit von Googles Play Services übernimmt, und Alltags-Apps, die sich ohne Umwege installieren und aktualisieren. Im Alltag bleibt von der Google-Frage damit kaum mehr als ein paar Minuten Einrichtung. Zwei Punkte verdienen vor dem Kauf trotzdem einen Blick: Banking-Apps, die auf Play Integrity bestehen, und die Frage, wie tief das eigene Google-Konto verwoben ist – an diesen Stellen kann es noch haken. Eine feste Zahl garantierter OS- oder Sicherheitsupdates für die globalen Modelle hat Huawei zum Start nicht veröffentlicht.
Preis und Verfügbarkeit
Huawei startet den globalen Rollout in Malaysia: Dort beginnt das Pura 90s Pro Max bei RM 4.899 (umgerechnet rund 1.050 € / 1.160 $) für 12 GB + 512 GB, das Pura 90s Pro bei RM 3.699 (rund 795 € / 875 $) für 12 GB + 256 GB. Weitere Märkte folgen in den Wochen nach der Keynote.
Europäische Listenpreise wurden am Tag der Vorstellung nicht genannt, und Huaweis europäische Stores hatten die Produktseiten zum Start noch nicht geöffnet – die Euro-Preise dürften über einer reinen Währungsumrechnung landen, sobald Mehrwertsteuer und Huaweis üblicher Aufschlag hinzukommen, wie schon bei der Pura-80-Serie des Vorjahres. In den USA verkauft Huawei keine Telefone, es gibt also keinen US-Preis, auf den man warten müsste. Die bestätigten EU-Preise samt Händler-Links werden hier ergänzt, sobald Huaweis europäische Stores live gehen.

Die wichtigsten Daten
- Hauptdisplay
- 6.6″ LTPO OLED
- Chipsatz
- Kirin 9030S
- Teleobjektiv
- 50 MP Teleobjektiv, 4× optisch
- Akku
- 6000 mAh
- Kabelgebundenes Laden
- 66 W
- IP-Zertifizierung
- IP68 + IP69
- Betriebssystem
- EMUI 16, no Google
Das gefällt uns
- 200-MP-Teleobjektiv mit 1/1,28″-Sensor beim Pro Max – einer der größten Tele-Sensoren in einem Smartphone überhaupt
- 50-MP-Hauptkamera mit echt mechanisch variabler Blende (f/1,4–f/4,0)
- 100 W per Kabel und 80 W kabellos beim Pro Max (66 W / 50 W beim Pro)
- Robust nach IP68 + IP69, dazu Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und NearLink E2.0
- Entspiegeltes, kratzfestes Kunlun Glass, ausgelegt auf grelles Sonnenlicht
Das könnte besser sein
- Google-Apps sind nicht vorinstalliert – sie brauchen die geführte AppGallery-Einrichtung, und Banking-Apps mit strikter Play-Integrity-Prüfung können weiter streiken
- Huawei nennt den Prozessor offiziell nicht
- Die EU-Zelle ist nach Nennwert rund 10 % kleiner als die der übrigen Märkte (5.270 statt 5.850 mAh)
- Keine offizielle Zusage zu OS- und Sicherheitsupdates für die globalen Modelle zum Start
Fazit
Das Pura 90s Pro Max ist ein echtes Kamera-Monster: Das 200-MP-Teleobjektiv mit 1/1,28-Zoll-Sensor und die Hauptkamera mit variabler Blende sind Flaggschiff-Hardware nach jedem Maßstab, und der globale Start macht sie endlich außerhalb Chinas kaufbar. Das Pura 90s Pro ist das handlichere Format, wenn weniger Tele-Reichweite genügt. Und das alte K.-o.-Kriterium ist geschrumpft: Google-Dienste sind nicht vorinstalliert, doch AppGallery führt in wenigen Minuten durch ihre Einrichtung. Sofern nicht eine Banking-App mit strikter Play-Integrity-Prüfung das Telefon ausschließt, zieht in Sachen Kamera kaum ein Smartphone an diesem Duo vorbei.
Quellen
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